Diversität in der Gesellschaft: Politisch korrekte Modeformel oder Handlungsauftrag für uns?

Diversität in der Gesellschaft: Politisch korrekte Modeformel oder Handlungsauftrag für uns?

Diversität in der Gesellschaft: Politisch korrekte Modeformel oder Handlungsauftrag für uns?

Was ist das, Diversität? Kaschiert sie wie ein bunter Luftballon als politisch-korrekte Modeformel viele bestehende Probleme oder verweist sie eher auf einen aktuell (leider immer noch) notwendigen Diskurs, zu dem sich die einzelnen Glieder unserer Gesellschaft aufraffen sollten? Oder geht es am Ende um ein konkretes Handlungsziel, an dessen Erreichen wir alle beständig arbeiten müssen?

Diesen Fragen wollen sich die Klostergespräche am 30.10. um 18.00 Uhr mit Antje Roggenkamp, Professorin für Praktische Theologie an der ev.-theol. Fakultät und Myriam Ueberbach, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie der kath.-theol. Fakultät widmen und dabei zum Kern manch einer gesellschaftlichen Debatte über den Umgang mit der Andersartigkeit vordringen.

Diversität muss dabei zunächst als politisch begründete Haltung begriffen werden, die dazu auffordert, Möglichkeiten der Anerkennung des Anderen zu reflektieren und zu praktizieren. In theoretischer Hinsicht macht die Rede von der Anerkennung darauf aufmerksam, dass nicht länger die materiellen Voraussetzungen oder die soziale Stellung ein entscheidender Faktor im Umgang mit Diversität ist, sondern der gegenseitige Respekt, der Umgang miteinander, die Wertschätzung, die man dem Anderen mit seiner Kultur entgegenbringt.

Eine andere Bedeutung erhält der Begriff, wenn er mit der Inklusion in Verbindung tritt. Er umfasst dann den Umgang mit Menschen mit Handicap bzw Behinderung und akzentuiert einen eher handlungsorientierten Aspekt. Ziel ist, den Einzelnen oder Gruppen in Gemeinschaften aufzunehmen. Die Inklusion ist dabei ein neues Konzept, das sich gegenüber vergangenen Formen von Exklusion, Separation und Integration durchgesetzt hat.

Problematisch scheint vielmehr der Umgang mit Diversität und vor allem Inklusion zu sein, insofern die Vokabeln oft als Schlagwörter begegnen und einen normativen Anspruch transportieren, z.B. in den Bereichen der Schulen, der Wirtschaft oder der Politik.  Ist also die Berufung auf die „Diversität“ am Ende verlogen? Gibt es dennoch christliche Perspektiven, ihr Konzept zu begründen und ihr Ansehen zu retten?

30. September 2019
Rudolf Hein