Geistliche Trockenheit

"Geistliche Trockenheit"

Im September 2018 fand in Münster das erste multidisziplinäre Symposium zum Thema "Geistliche Trockenheit" statt. Das 2. Symposium wird coronabedingt auf den 5./6. November 2021 verschoben.

An unserer Befragung („Fragebogentest“) zu den Themenbereichen Spiritualität, Wahrnehmung des Heiligen und geistliche Trockenheit haben mittlerweile viele unterschiedliche Personengruppen teilgenommen, darunter Ordensleute, Adventisten, ältere und junge Erwachsene.

Hierzu begleitend wurden vertiefende qualitative Interviews mit 30 Ordensleuten (m/w)  durchgeführt. Dabei geht es nicht nur um das Erleben „geistlicher Trockenheit“ (auch wenn es nur selten oder bisher auch gar nicht vorgekommen ist), sondern auch um das Leben in einer älter und kleiner werdenden Gemeinschaft und die Motivation im Glaubensleben.
> Link zu den Befragungsergebnissen: Büssing A, Beerenbrock Y, Gerundt M, Berger B: Triggers of Spiritual Dryness: Results of Qualitative Interviews with Religious Brothers and Sisters. Pastoral  Psychology (2020) (online first Juni 9,2020) doi.org/10.1007/s11089-020-00898-2

Das Symposium zum Thema “Geistliche Trockenheit” wird coronabedingt um ein Jahr auf den 5./6. November 2021 verschoben.
Weitere Infos.


 

2. Symposium zum Thema Geistliche Trockenheit am  5./6. November 2021

Das 2. Symposium war für den 06./07. November 2020 geplant, muss coronabedingt aber leider auf den 5./6. November 2021 verschoben werden.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben unsere Lebens- und Arbeitsweisen in den letzten Monaten erheblich verändert. Vieles muss nun neu gedacht und gemacht werden, um die Sicherheit und Gesundheit der anderen (insbesondere der Personen mit Risikofaktoren) nicht zu gefährden. Das betrifft auch Treffen mit anderen und lange geplante Tagungen, auf die man sich sehr gefreut hat. Viele nationale und internationale Tagungen wurden bereits abgesagt. Die einen haben dafür Verständnis und andere eher nicht. Manche finden „das Ganze“ übertrieben, andere sehen die Gefahr immer noch nicht gebannt. In der Tat ist das Virus immer noch da und es gibt keine gezielte Therapie und keine Prophylaxe – außer Abstand halten.

Die Räumlichkeiten für das 2. Multidisziplinären Symposium „Geistliche Trockenheit“ im November 2020 in Münster sind zwar wunderbar renoviert, aber die Abstandsregeln für die geplante Teilnehmer/innen-Zahl und die Lüftungsempfehlungen mit permanent offenen Fenstern und Türen im Spätherbst können dort nicht ohne weiteres eingehalten werden. Die Sicherheit der Teilnehmenden steht für uns im Vordergrund.

Daher haben wir uns schweren Herzens entschlossen, die Tagung um ein Jahr auf den 5./6. November 2021 zu verschieben.
Wir würden uns sehr freuen, alle Interessenten dann gesund und motiviert im nächsten Jahr in Münster begrüßen zu können.

Außerdem freuen wir uns, wenn Sie an unserer Umfrage zum Thema Corona teilnehmen.

Bei Interesse melden Sie sich gerne unter info@iunctus.de.


 

Neuer religions-Artikel online

Das Autorentrio Prof. Dr. Arndt Büssing, Prof. Dr. Klaus Baumann und Prof. Dr. Stephan Winter hat jüngst einen Artikel im Online-Journal RELIGIONS mit dem Titel “Perceptions of Religious Brothers and Sisters and Lay Persons that Prayers go unanswered is a matter of perceived distance from God” veröffentlicht.

Der Artikel ist hier als Download verfügbar.


 

Umfrage: Elemente der Spiritualität und Erfahrung der Nähe Gottes
Wir möchten unsere bisherigen Umfragen zum Zusammenhang zwischen religiösen Haltungen und Verhaltensweisen und dem Empfinden der Nähe Gottes (sowie der empfundene „Abwesenheit“) und psychologischem Wohlbefinden weiter ausdehnen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns mit Ihrer Teilnahme an der anonymen Befragung unterstützen würden!

Hier kommen Sie zur Umfrage.


 

Geistliche Trockenheit

Ein Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt von IUNCTUS ist die Geistliche Trockenheit. Hierbei handelt es sich um ein Themengebiet an der Schnittstelle von Theologie, Psychologie und Medizin.

Spirituelle Auseinandersetzungen oder Phasen geistlicher Trockenheit als spezifische Formen einer Krise auf dem Lebens- und Glaubensweg können die Lebensorientierung und Sinnkonzepte der Betroffenen beeinträchtigen. Dies ist vermutlich besonders bedeutsam für Personen, die seelsorglich für andere arbeiten und ihr Leben auf Gott ausrichten. Wie sollen sie Halt geben, wenn ihnen dieser selber abhandengekommen ist oder die Beziehung zu Gott brüchig wurde?

Geistliche Trockenheit ist keine psychiatrische Diagnose, sondern beschreibt eine (unterschiedlich lang andauernde) Phase, die 1) wesentlicher Aspekt geistlichen Wachstums sein kann, wenn diese Phasen überwunden wurden und Veränderung der Haltungen und des Verhaltens damit einhergehen (“Transformation”), die aber 2) auch Hinweis für eine Sinnkrise oder depressive Gestimmtheit / emotionale Erschöpfung sein kann, die adäquate Unterstützung durch geistliche Begleiter und/oder Psychotherapeuten bedarf.

Forschungsmethoden

Ein empfundenes Verlassensein von Gott, der vorher seine Nähe gezeigt hat, geistige Kämpfe und Trostlosigkeit (desolación) sind klassische Themen in der religiösen Literatur. Diese werden in die Forschungsprojekte einbezogen und die entsprechenden Erfahrungen und Erkenntnisse im Erleben heutiger Menschen widergespiegelt. Der Blick auf die Geschichte der Spiritualität und theologische Reflexionen helfen, das Phänomen der Geistlichen Trockenheit von ‚modernen Erfahrungen’ wie Burn-out und Depression abzugrenzen bzw. ihre Interdependenzen aufzuzeigen.
Mit Hilfe der Spiritual Dryness Scale können unterschiedliche Symptome geistlicher Trockenheit sowie Reaktionen nach deren Überwinden operationalisiert und das Erleben in unterschiedlichen Personengruppen untersucht werden. Außerdem arbeiten wir mit qualitativen Methoden und vertiefen die Erkenntnisse aus dem empirischen Arbeiten, indem wir Betroffenen genau zuhören und den Motiven in ihrer Biographie nachgehen.

Die gewonnen Erkenntnisse werden in die untersuchten Personengruppen und Gemeinschaften zurückgegeben und im Rahmen von Tagungen, Bausteinen in Kursprogrammen, Seminaren sowie wissenschaftlichen Fachartikeln und Büchern vermittelt. Aktuelle Literatur zum Thema finden Sie hier.

Aktuelle Forschungsprojekte:

  • Empirische Erhebungen in unterschiedlichen Personengruppen zum Zusammenhang von Geistlicher Trockenheit und dem Erleben der Nähe Gottes
  • Empirische Erhebungen in religiösen Gemeinschaften zum Zusammenhang von Geistlicher Trockenheit, Acedia-Symptomen und spiritueller Transformation
  • Qualitative Interviews mit Ordens-Christen zum Erleben geistlicher Trockenheit in kleiner werdenden Gemeinschaften

Einen Artikel zum Thema aus dem aktuellen Jahresheft der Kapuziner finden Sie hier.

Ansprechpartner ist Prof. Dr. Arndt. Büssing.


Ansprechpartner

Prof. Dr. Arndt Büssing

Prof. Dr. Arndt Büssing

Professur für Lebensqualität, Spiritualität und Coping an der Universität Witten/Herdecke, Gerhard-Kienle-Weg 4, 58313 Herdecke

a.buessing@iunctus.de +49 (0)2330 / 623246